Hüttenwanderung in der Schweiz: Entdecke die Via Alta Idra im Tessin
Lara arbeitet als Physiotherapeutin in der Schweiz und unternahm gemeinsam mit ihrem Freund eine Hüttenwanderung auf der Via Alta Idra in den Bergen des Tessins. Nebel, raue Bergpässe, abgelegene Hütten und eiskalte Bergseen machten die Tour zu einem besonderen Abenteuer.
Die Via Alta Idra
Die Via Alta Idra ist eine anspruchsvolle alpine Wanderroute durch den italienischsprachigen Teil der Schweiz. Die gesamte Route ist über 100 Kilometer lang, verbindet zwölf Berghütten und besteht aus zwölf Etappen.
Du kannst die gesamte Route wandern, aber auch mehrere Etappen zu einer kürzeren Hüttenwanderung kombinieren. Lara und ihr Freund entschieden sich für die ersten drei Etappen. Ihre Tour begann bereits in Cruina, von wo aus sie zur Capanna Corno Gries wanderten. Dort blieben sie jedoch nicht über Nacht, sondern gingen direkt weiter in Richtung Capanna Cristallina.
Die Via Alta Idra ist keine gewöhnliche Wanderroute. Je nach Etappe bewegst du dich auf T3- und T4-Gelände und triffst auch auf technisch anspruchsvollere Passagen. Auf der ersten Etappe gab es sogar einen kurzen Abschnitt mit dem Schwierigkeitsgrad T6.
Tag 1: von Cruina über Corno Gries zur Capanna Cristallina
Die Tour begann in Cruina. Von hier aus stiegen Lara und ihr Freund zunächst zur Capanna Corno Gries auf. Anschließend gingen sie direkt auf der ersten offiziellen Etappe der Via Alta Idra weiter zur Capanna Cristallina.
Normalerweise ist diese Etappe für ihre beeindruckenden Ausblicke bekannt, doch davon bekamen sie dieses Mal nur wenig zu sehen. Fast den ganzen Tag lag dichter Nebel über den Bergen. Dadurch war die Sicht eingeschränkt, gleichzeitig verlieh der Nebel der Umgebung aber einen besonders rauen Charakter.
Auch technisch erforderte diese erste Etappe viel Aufmerksamkeit. Ein großer Teil der Route hatte den Schwierigkeitsgrad T3/T4, hinzu kam ein kurzer technisch anspruchsvoller Abschnitt der Stufe T6.
In diesem Abschnitt mussten Lara und ihr Freund über und an den Felsen entlangklettern. Für längere T6-Routen wird normalerweise geeignete Kletter- und Sicherheitsausrüstung verwendet. Da es sich hier nur um einen kurzen Teil der Etappe handelte, hatten sie diese nicht dabei.
Nach einem langen ersten Tag erreichten sie die Capanna Cristallina auf 2.568 Metern Höhe. Hier war ihre erste Übernachtung geplant.



Tag 2: eine unerwartete zusätzliche Nacht in Cristallina
Am nächsten Morgen wurde deutlich, wie wichtig Flexibilität bei einer Hüttenwanderung in den Alpen ist. Es waren Regen, Gewitter und starker Wind vorhergesagt. Unter diesen Bedingungen auf einer alpinen Route weiterzugehen, wäre schlichtweg nicht vernünftig gewesen.
Statt in Richtung Capanna Garzonera aufzubrechen, beschlossen Lara und ihr Freund daher, einen weiteren Tag in der Capanna Cristallina zu bleiben.
Dank dieses unerwarteten zusätzlichen Ruhetags konnten sie am nächsten Morgen gut erholt wieder aufbrechen.
Tag 3: Capanna Cristallina – Capanna Garzonera

Als sich das Wetter ausreichend gebessert hatte, konnten sie ihre Tour fortsetzen. Von der Capanna Cristallina wanderten Lara und ihr Freund in Richtung Capanna Garzonera.
Mit gut 15 Kilometern ist diese Etappe einer der längeren Abschnitte der Tour. Außerdem gilt es unterwegs sowohl viele Höhenmeter als auch einen langen Abstieg zu bewältigen. Nach dem Ruhetag in Cristallina stand also direkt wieder ein anspruchsvoller Wandertag bevor.
Die Capanna Garzonera unterscheidet sich deutlich von den größeren, bewirtschafteten Berghütten. Sie ist ein einfaches, unbewirtschaftetes Rifugio. Es gibt keinen Hüttenwart und man kocht selbst. Auch die Schlafplätze sind schlicht: Etwa zehn Personen schlafen nebeneinander, darüber befindet sich eine weitere Reihe mit zehn Schlafplätzen.
Zufällig übernachtete an diesem Abend auch eine Familie aus einem ganz besonderen Anlass dort. Ihre Großmutter wurde 85 Jahre alt und hatte sich zum Geburtstag gewünscht, noch einmal gemeinsam mit ihrer Familie zu dieser Hütte zu wandern und dort zu übernachten. Das sorgte für einen sehr geselligen Abend, auch wenn die Nacht selbst etwas weniger ruhig verlief.„Ich war sehr froh, dass ich Ohrstöpsel dabeihatte, denn in einer solchen Hütte wird ziemlich viel geschnarcht.“
Ein einfacher Tipp, aber nach einem langen Wandertag keineswegs überflüssiger Luxus.
Tag 4: Capanna Garzonera – Capanna Leìt
Am nächsten Morgen begannen Lara und ihr Freund den Tag mit etwas Besonderem: Sie sammelten im Wald neben der Hütte Pilze und aßen diese zum Frühstück.
Anschließend ging die Tour weiter in Richtung Capanna Leìt.
Diese Etappe ist kürzer als die am Vortag, aber erneut sehr abwechslungsreich. Unterwegs wanderten sie durch eine felsige Berglandschaft und kamen an einem Bergsee vorbei. Dort beschloss Lara, ins Wasser zu springen. Es war ziemlich kalt, doch mitten in dieser alpinen Umgebung war es ein besonderes Erlebnis.
Kurz bevor sie die Capanna Leìt erreichten, folgte für Lara einer der schönsten Abschnitte der Tour. Der Weg führte durch ein weites Bergtal mit einem kleinen Fluss. Hier öffnete sich die Landschaft und endlich konnten sie die Fernsicht genießen, die ihnen am nebligen ersten Tag größtenteils verwehrt geblieben war.
Der Kontrast zur ersten Etappe war groß: vom Wandern durch dichten Nebel hin zu einem offenen Bergtal mit Weitblick, Wasser und Murmeltieren.
An der Capanna Leìt endeten die drei Etappen der Via Alta Idra, die Lara und ihr Freund für diese Tour ausgewählt hatten. Anschließend führte der Weg zurück ins Tal.



Wie anspruchsvoll ist diese Hüttenwanderung?
Die Via Alta Idra ist keinesfalls eine Tour, die man unterschätzen sollte. Da sich die Etappen jedoch in Länge und Schwierigkeit unterscheiden, fühlt sich nicht jeder Tag gleich an. Gerade diese Abwechslung macht eine mehrtägige Hüttenwanderung gut machbar.
Oft ist vor allem der zweite Wandertag anstrengend, weil sich der Körper erst an mehrere aufeinanderfolgende Wandertage gewöhnen muss. Bei Lara und ihrem Freund verlief es anders. Wegen des vorhergesagten Regens, Sturms und Gewitters blieben sie einen zusätzlichen Tag in der Capanna Cristallina und bekamen unerwartet einen vollständigen Ruhetag. Dadurch konnten sie erholt zur nächsten Etappe nach Garzonera aufbrechen.
Nach einigen Tagen merkst du, dass dein Körper immer mehr in einen Rhythmus findet. Das Wandern fühlt sich weniger anstrengend an und bekommt sogar etwas Meditatives. Stundenlang durch die Berge zu laufen, mit wenig Ablenkung und vor allem der Natur um dich herum, sorgt für eine besondere Ruhe. Im Grunde konzentrierst du dich nur auf die Route und darauf, Schritt für Schritt weiterzugehen.
Gerade dieser Rhythmus und diese Einfachheit machen eine mehrtägige Hüttenwanderung für Lara so besonders.

Nach mehreren Tagen auf der Via Alta Idra hat Lara einige praktische Tipps für alle, die selbst eine Hüttenwanderung in der Schweiz unternehmen möchten:
Und noch ein zusätzlicher Tipp von Lara: Unterschätze eine gute Vorbereitung nicht, lass dich aber auch von dem überraschen, was dir unterwegs begegnet. Gerade die unerwarteten Momente – von einer zusätzlichen Nacht wegen eines Gewitters bis hin zu einem 85. Geburtstag in einer kleinen Berghütte – machen eine Hüttenwanderung unvergesslich.
Die Via Alta Idra ist eine alpine Route und kann aufgrund von Schnee, Gewittern, starkem Wind oder anderen Bedingungen vorübergehend schwer oder nicht sicher begehbar sein. Prüfe deshalb vor dem Aufbruch immer die aktuelle Wettervorhersage, die Wegverhältnisse und die Informationen der Berghütten.
Wandern neben der Arbeit in der Schweiz
Für Lara ist eine Hüttenwanderung wie die Via Alta Idra eine wunderbare Möglichkeit, ihre Freizeit in der Schweiz zu verbringen. Denn als Physiotherapeut in der Schweiz zu arbeiten bedeutet mehr als nur die Arbeit. Gerade das Wohnen und Leben in der Schweiz gibt dir die Möglichkeit, auch außerhalb der Arbeitszeit eine völlig neue Umgebung zu entdecken.
Eine Hüttenwanderung ist natürlich nicht die einzige Möglichkeit, deine Freizeit zu genießen. In einem Bergsee schwimmen, Mountainbike fahren oder dich einem lokalen Laufclub anschließen: Es gibt viele schöne Sommeraktivitäten in der Schweiz , die du ausprobieren kannst.
Kannst du dir ein solches Abenteuer in der Schweiz ebenfalls vorstellen? PhysioMatch hilft dir dabei, eine passende Stelle als Physiotherapeut zu finden, und begleitet dich bei deinem Schritt in die Schweiz.
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