Die Geschichte von Jenna als Physiotherapeutin in Wattwil | PhysioMatch.

Die Geschichte von Jenna als Physiotherapeutin in Wattwil

In dieser Geschichte erzählt Jenna, eine Physiotherapeutin aus Finnland, von ihrem Umzug in die Schweiz. Seit Oktober 2025 arbeitet und lebt sie in Wattwil im Kanton St. Gallen. Sie erzählt von ihren Erfahrungen mit einer breiten Zielgruppe, der Umstellung auf kürzere Behandlungszeiten und dem Leben in einem neuen Land mit einer anderen Sprache. Außerdem spricht sie über die finanziellen Unterschiede, ihre Liebe zu den Bergen und wie die Natur ihr hilft, ausgeglichen zu bleiben. Ihr Rat an andere Physiotherapeuten ist klar: Mach es einfach.

Die Geschichte von Jenna als Physiotherapeutin in Wattwil

Von Finnland in die Schweizer Berge
Jeder, der den Schritt wagt, als Physiotherapeutin in der Schweiz zu arbeiten, beginnt ein besonderes Abenteuer. Über PhysioMatch machen jedes Jahr mehr als 100 Gesundheitsfachpersonen diesen Schritt, auf der Suche nach mehr Arbeitsfreude, einer wunderschönen Umgebung und persönlicher Weiterentwicklung.

Diese Woche sprechen wir mit Jenna, 39 Jahre alt, ursprünglich aus Finnland. Seit Oktober 2025 lebt und arbeitet sie im Kanton St. Gallen. Dort behandelt sie eine breite Zielgruppe, von überwiegend muskuloskelettalen bis hin zu neurologischen Patientinnen und Patienten, jung und alt. Sie arbeitet sowohl in der Praxis als auch mit mehreren Hausbesuchen pro Woche.

Ich geniesse es, hier eine so breite Zielgruppe zu behandeln. Dadurch bleibt die Arbeit interessant und abwechslungsreich.

Jenna in der Schweizer Natur rund um Wattwil

Die Liebe zu den Bergen

Für Jenna begann das Abenteuer eigentlich schon im Sommer 2023. Während einer Reise in die Schweiz, unter anderem nach Leukerbad, spürte sie, dass sich etwas veränderte.

Als ich dort war, spürte ich, dass ich eines Tages hier leben wollte. Die Berge haben wirklich etwas in mir ausgelöst.

Die Berge hinterliessen einen tiefen Eindruck. Die Freiheit, die sie dort erlebt, besonders hoch in den Bergen, gab ihr ein Gefühl, das sie nicht mehr losliess. Sie liebt es zu wandern und in der Natur zu laufen und fühlte sich dort sofort zuhause. Inzwischen lebt sie in Wattwil, wo die Landschaft etwas weniger hoch ist, aber immer noch wunderschön. Für das Hochgebirge reist sie etwa eine Stunde, eine Distanz, die sie mehr als gerne in Kauf nimmt.

Hoch in den Bergen fühle ich mich am freiesten. Dort kann ich wirklich neue Energie tanken.

Jenna wird bald 40 und hatte schon immer davon geträumt, im Ausland zu leben und zu arbeiten. Es fühlte sich wie der richtige Moment an, diesen Traum zu verwirklichen. Finnland war ebenfalls ein gutes Land zum Leben und Arbeiten, aber sie war bereit für etwas Neues. Sie geniesst es, neue Menschen kennenzulernen und erlebt die Schweiz als internationaler. Genau dieses internationale Umfeld hatte sie in Finnland vermisst und es gibt ihr ein starkes Gefühl von Freiheit.

Die Schweiz fühlt sich internationaler an. Ich lerne leichter neue Menschen kennen und das habe ich in Finnland vermisst.

Inzwischen arbeitet sie seit fünf Monaten in der Schweiz und fühlt sich freier als zuvor. Ihr Partner blieb zunächst in Finnland, um sich um ein Elternteil zu kümmern, doch nun besteht die Möglichkeit, dass auch er in die Schweiz auswandert.

Schweizer Berge im Winterlicht

Sich an eine andere Arbeitsweise gewöhnen

Aussicht über die Schweizer Hügel
Der Wechsel in die Schweiz brachte auch Überraschungen mit sich. In Finnland arbeitete Jenna meist 40 bis 60 Minuten pro Patientin oder Patient. In der Schweiz sind 30 Minuten pro Termin üblich. Das war am Anfang gewöhnungsbedürftig. Manchmal hätte sie gerne mehr Zeit für Untersuchung und Erklärung.

In Finnland hatte ich oft 40 bis 60 Minuten. Hier sind 30 Minuten normal, das war wirklich eine Umstellung.

Zudem merkte sie, dass manche Patientinnen und Patienten lieber sofort eine Massage möchten, während sie selbst zuerst eine gründliche Untersuchung durchführen und einen aktiven Therapieplan aufbauen möchte. Manchmal kommt sie ein Stück entgegen, um Vertrauen aufzubauen, damit sie die Patientinnen und Patienten anschliessend in eine aktive Therapie begleiten kann.

Manche Menschen möchten sofort eine Massage. Ich untersuche lieber zuerst gründlich und baue dann einen aktiven Plan auf.

Positiv überrascht hat sie, wie herzlich und freundlich die Menschen sind. So wurde sie erst letzte Woche von einer Patientin zum Essen nach Hause eingeladen und erhält regelmässig kleine Geschenke wie selbstgemachte Würste oder Schokolade. Kolleginnen und Kollegen sind hilfsbereit und grosszügig. Sie bekam sogar ein Sofa von einer Teamkollegin geschenkt, die trotz Jennas Nachfragen nichts dafür annehmen wollte.

Ich wurde von einer Patientin zum Essen eingeladen. So etwas hätte ich nicht erwartet, die Menschen sind wirklich herzlich.

Finanziell besser gestellt, mit realistischen Erwartungen

Finanziell merkt Jenna deutlich einen Unterschied. Ihr Gehalt ist etwa doppelt so hoch wie in Finnland. Gleichzeitig sind die Lebenshaltungskosten in Finnland in den letzten Jahren ebenfalls stark gestiegen, sodass sich der Unterschied bei den täglichen Ausgaben weniger gross anfühlt als erwartet.

Mein Gehalt ist etwa doppelt so hoch, aber ich hätte nicht erwartet, dass sich der Unterschied bei den Kosten weniger gross anfühlt.

Ihre Wohnung in Wattwil ist teurer als sie es gewohnt war, etwa 1150 CHF pro Monat für eine 70 Quadratmeter grosse Wohnung mit zwei Schlafzimmern. Trotzdem findet sie sie ausreichend gross, auch mit Blick auf den möglichen Umzug ihres Partners.

Sie kann sparen, auch wenn sie am Anfang viel in Möbel und Einrichtung investieren musste. Mit dem Geld, das sie zurücklegt, möchte sie ihren Studienkredit abbezahlen. Ausserdem träumen sie und ihr Partner davon, viel zu reisen, zum Beispiel nach Thailand und auch innerhalb Mitteleuropas. Von der Schweiz aus lässt sich das ideal kombinieren.

Ich kann sparen. Am Anfang musste ich viel in Möbel investieren, aber jetzt kann ich wirklich Reisepläne machen und meinen Studienkredit abbezahlen.

Berglandschaft in der Schweiz

Weiterentwicklung und Leidenschaft für den Beruf

Aussicht über die Schweizer Berge
Jenna hat eine grosse Leidenschaft für die Physiotherapie und möchte sich stetig weiterentwickeln. In ihrer Praxis erhält sie ein Weiterbildungsbudget von 1000 CHF pro Jahr für Kurse. Zusätzlich gibt es viel informellen Wissensaustausch mit Kolleginnen und Kollegen. Wenn sie eine Frage zu einer Patientin oder einem Patienten hat, kann sie direkt Rücksprache halten. Das geschieht nicht in festen Meetings, sondern genau dann, wenn es nötig ist.

Wir brauchen keine festen Besprechungen. Wenn etwas ist, tauschen wir uns einfach direkt aus.

Balance und Umgang mit einer neuen Sprache

Die Work Life Balance empfindet sie als gut. Dennoch merkt sie, dass das Arbeiten in einem neuen Land zusätzliche Energie kostet, vor allem wegen der Sprache. Deutsch zu sprechen erfordert Konzentration und während der Behandlungen braucht sie manchmal mehr Zeit, um sich gut auszudrücken. Am Ende der Woche ist sie wirklich müde.

Deutsch zu sprechen kostet mich wirklich Konzentration. Am Ende der Woche merke ich, dass es mich zusätzliche Energie kostet.

Trotzdem fühlt sie keinen Stress. Gerade dann geht sie bewusst zum Sport, was ihr hilft, Spannungen abzubauen. Laufen, Atemübungen und bewusstes Entspannen helfen ihr, in Balance zu bleiben.

Wenn ich müde von der Sprache bin, gehe ich laufen. Dann lasse ich alles wieder los.

Natur rund um Wattwil

Leben in Wattwil

Wattwil ist eine kleine Stadt mit etwa 8800 Einwohnerinnen und Einwohnern, gelegen in einem Tal mit wunderschöner Natur rundherum. Auch die umliegenden Dörfer kommen hier zum Einkaufen. Alles, was sie braucht, findet sie im Ort. Für spezielle Geschäfte fährt sie nach Zürich, etwa eine Stunde und fünfzehn Minuten mit dem Zug.

In ihrer Freizeit geht sie gerne direkt von zuhause aus laufen, zum Beispiel Richtung Ebnat Kappel oder Hemberg. Ausserdem nutzt sie das Fitnessstudio, in dem sie arbeitet, das sie kostenlos verwenden darf.

Ich kann direkt von zuhause Richtung Ebnat Kappel oder Hemberg laufen. Das geniesse ich wirklich.

Essen geht sie nicht oft, aber sie geniesst die frische Bäckerei im Supermarkt. Am Anfang wollte sie alles probieren und nahm durch all die Leckereien fünf Kilo zu. Inzwischen entscheidet sie sich bewusster für eiweissreiche Mahlzeiten und lässt die Bäckerei häufiger aus. Dadurch fühlt sie sich wieder topfit.

Am Anfang wollte ich alles probieren und habe wirklich zugenommen. Jetzt entscheide ich mich bewusster und fühle mich wieder topfit.

Die Umgebung ist für sie essenziell. Die Natur hilft ihr abzuschalten und gibt ihr jeden Tag Energie.

Die Natur hilft mir abzuschalten. Sie gibt mir jeden Tag Energie.

Winterliche Schweizer Natur

Einfach machen

Schnee und Berge in der Schweiz
Was würde Jenna Physiotherapeutinnen und Physiotherapeuten sagen, die noch zögern, diesen Schritt zu gehen?

Einfach machen. Geh entdecken. Man lebt nur einmal. Du kannst jederzeit in dein Heimatland zurückkehren. Probiere es einfach. Ich hätte es früher tun sollen.

Vielen Dank Jenna für deine offene und inspirierende Geschichte.

Begleitung

Jenna wurde damals von Dorien von PhysioMatch in die Schweiz begleitet. Wie alle Beraterinnen und Berater von PhysioMatch war auch Dorien Dijkstra selbst als Physiotherapeutin in der Schweiz tätig. Sie arbeitete 2020 und 2021 in Malters und lebte damals in Luzern.

Es ist schön, wenn jemand den Prozess mit dir gemeinsam durchläuft. So kannst du dich ganz auf den Schritt selbst konzentrieren.

Möchtest du, genau wie Jenna, entdecken, wie es ist, als Physiotherapeutin in der Schweiz zu arbeiten? Nimm gerne Kontakt mit uns auf. Wir begleiten dich Schritt für Schritt, vom ersten Kennenlernen bis zu deinem ersten Arbeitstag.

Schweizer Natur und Aussicht

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