Von verlorener Freude am Beruf zu einem zweiten Leben in der Schweiz: Nikkis Abenteuer
Nach acht Jahren als Physiotherapeutin in den Niederlanden entschied Nikki, dass es Zeit für eine Veränderung war. In der Schweiz fand sie ihre Freude am Beruf wieder, baute sich ein neues soziales Umfeld auf und entdeckte einen Lebensstil, in dem Arbeit, Berge und Freizeit wunderbar zusammenpassen.
Zeit für Veränderung
Acht Jahre lang arbeitete Nikki als Physiotherapeutin in den Niederlanden. Sie spezialisierte sich auf Geriatrie, sammelte Erfahrung in der komplexen Versorgung und baute innerhalb einer Pflegeheimeinrichtung sogar eine ambulante physiotherapeutische Versorgung auf. An ihrer Liebe zum Beruf lag es nicht. Dennoch merkte sie mit der Zeit, dass ihre Freude an der Arbeit immer mehr verschwand.
Nicht, weil sie keine Physiotherapeutin mehr sein wollte, sondern gerade weil ihr die Behandlung von Menschen so viel Freude machte.
Inzwischen lebt Nikki seit Februar in der Schweiz. Während sie wenige Monate zuvor noch über ihren nächsten Schritt nachdachte, blickt sie heute von ihrer Wohnung im Kanton Aargau in Richtung Berge. Sie arbeitet wieder mit Freude, hat sich in kurzer Zeit ein soziales Umfeld aufgebaut und verbringt ihre freien Tage beim Wandern, Sport oder Motorradfahren.
Für Nikki fühlt es sich inzwischen nicht so an, als hätte sie ihr niederländisches Leben eingetauscht.
Der Wunsch, ins Ausland zu gehen, kam immer wieder
Der Gedanke, irgendwann im Ausland zu leben, begleitete sie schon seit Jahren. Jedes Mal, wenn Nikki zum Wintersport in Österreich war, kam dasselbe Gefühl zurück: Hier würde ich eigentlich gerne bleiben. Österreich erschien ihr beruflich als Physiotherapeutin letztlich weniger attraktiv, doch in Gesprächen mit Kolleginnen und Kollegen aus ihrem Netzwerk fiel immer häufiger der Name Schweiz.
Warum nicht dort schauen?
Das Land bot genau die Kombination, die sie ansprach: als Physiotherapeutin arbeiten, gute Arbeitsbedingungen und natürlich die Berge. Nikki hatte sich schon früher mit den Möglichkeiten beschäftigt und einige Jahre zuvor an einem Online-Webinar von PhysioMatch teilgenommen. Damals blieb es vor allem bei der Orientierung. Schließlich wandert man nicht einfach so aus.
Auch ihr Freund wusste von Anfang an, dass ihr Wunsch, ins Ausland zu gehen, ernst gemeint war.
Ursprünglich war geplant, gemeinsam in die Schweiz zu ziehen. Ihr Freund, der als Software Engineer arbeitet, begann deshalb ebenfalls nach einer Stelle zu suchen. Das erwies sich jedoch als deutlich schwieriger als erwartet. Nikki spürte währenddessen immer stärker, dass sie nicht länger warten wollte.

Nicht mit der Physiotherapie fertig, sondern mit allem drum herum
Auf dem Papier hatte Nikki in den Niederlanden wenig Grund zur Klage. Sie hatte gute Arbeitsbedingungen und arbeitete mit einer Patientengruppe, die ihr gefiel. Doch Vorschriften, Netzwerkarbeit und administrative Verpflichtungen belasteten sie zunehmend.
Das Problem war nicht der Kontakt mit den Patientinnen und Patienten. Genau daraus zog sie weiterhin Energie. Laut Nikki waren es vor allem die Rahmenbedingungen, die ihr die Freude am Beruf nahmen.
Irgendwann war dieses Gefühl so stark, dass sie wusste: Wenn ich in den Niederlanden bleibe, werde ich wahrscheinlich etwas anderes machen.
Nachdem sie gekündigt hatte, gönnte sie sich zunächst bewusst eine Pause. Sie genoss den Sommer und nahm sich Zeit für sich selbst. Doch als der Herbst näher rückte und die Frage aufkam, wie es weitergehen sollte, wurde die Antwort immer klarer. Sie nahm erneut Kontakt mit Dorien von PhysioMatch auf.
Dieses Mal nicht nur, um sich zu orientieren.
Von da an ging alles schnell. Im November begann sie ernsthaft mit dem Prozess und wenige Monate später lebte sie in der Schweiz.
Den Ort wählen, der sich richtig anfühlte

Für ihre neue Stelle sprach Nikki schließlich mit zwei verschiedenen Praxen. Eine davon passte auf dem Papier nahezu perfekt zu ihrem geriatrischen Hintergrund: Arbeit in der Praxis, Hausbesuche und Behandlungen in einem Pflegeheim.
Trotzdem entschied sie sich für die andere Praxis.
Schon beim ersten Videogespräch stimmte die Chemie sofort. Beim späteren Kennenlernen verstärkte sich dieses Gefühl noch. Die Praxis bot damals weniger geriatrische Versorgung, als Nikki ursprünglich gesucht hatte, doch gerade darin sah sie eine neue Herausforderung. In den Niederlanden hatte sie bereits etwas aufgebaut, und in der Schweiz konnte sie erneut versuchen, ihr geriatrisches Wissen innerhalb der Praxis weiterzuentwickeln.
Das erwies sich für sie als gute Entscheidung. Sie beschreibt ihr heutiges Team als entspannt, unkompliziert und engagiert. Kurz nach ihrem Start stand bereits ein gemeinsames Käsefondue auf dem Programm, später folgten weitere Essen und Teamaktivitäten.
Wieder einfach Physiotherapeutin sein können
Auch fachlich bemerkt Nikki einen großen Unterschied zu ihrer Arbeit in den Niederlanden. In ihrer heutigen Tätigkeit erlebt sie mehr Freiheit und weniger administrativen Druck. Natürlich gibt es auch in der Schweiz Formulare, Versicherungen und Regeln, doch in ihrem Arbeitsalltag verspürt sie deutlich weniger Stress durch all die Verpflichtungen drum herum.
Vollzeit in der Schweiz zu arbeiten bedeutet laut ihr durchaus harte Arbeit und längere Arbeitswochen, als sie es aus den Niederlanden gewohnt war. Für sie wiegt das jedoch den Unterschied bei der Arbeitszufriedenheit nicht auf.
Dazu trägt auch der Kontakt mit den Patientinnen und Patienten bei. Sie erlebt viel Wertschätzung und hat inzwischen Pflanzen, Schokolade und andere kleine Geschenke von Patienten bekommen. Manchmal erscheint sogar ein früher Patient mit einem Croissant für sie.
Für jemanden, der wenige Monate zuvor ernsthaft daran gezweifelt hatte, überhaupt noch als Physiotherapeutin weiterzumachen, ist das vielleicht die größte Veränderung: Die Freude an ihrem Beruf ist zurück.
„Ich möchte einen Berg sehen“

Auch außerhalb der Arbeit fügte sich überraschend schnell vieles zusammen.
Bei der Wohnungssuche hatte Nikki eigentlich nur einen wichtigen Wunsch: Ich möchte einen Berg sehen.
Das hat geklappt.
Sie lebt heute im Kanton Aargau, ungefähr zwischen Zürich, Luzern und Basel. Zwar nicht mitten zwischen den höchsten Alpengipfeln – Aargau gehört eher zu den flacheren Regionen der Schweiz –, doch von ihrer Wohnung aus kann sie die Berge sehen und in etwa einer Stunde ist sie mitten in der Berglandschaft. Auch verschiedene Skigebiete, der Schwarzwald, Frankreich und Österreich sind gut erreichbar.
Auch ihre Wohnung fand sie schneller als erwartet. Über Comparis stieß sie auf eine Wohnung, von der sie sofort begeistert war. Da die Wohnungssuche aus den Niederlanden schwierig sein kann, half ihr eine Freundin, indem sie einige Wohnungen für sie besichtigte. Innerhalb weniger Wochen waren damit zwei der wichtigsten Dinge geregelt: ein Job und eine Wohnung.
Allein auswandern, ohne sich allein zu fühlen
Am Ende zog Nikki ohne ihren Freund in die Schweiz. Das hätte ein einsamer Start werden können, doch so hat sie es selbst kaum erlebt. Ihr Freund begleitete sie in der ersten Woche, und Nikki entschied sich von Anfang an bewusst dafür, ihr neues Leben aktiv aufzubauen.
Zu Hause darauf zu warten, dass Menschen von selbst in ihr Leben treten, passt ohnehin nicht wirklich zu ihr.
Sie suchte sich eine CrossFit-Box in der Nähe, knüpfte über die Arbeit Kontakte und entdeckte Bumble BFF. Inzwischen hat sie mehrere Schweizer Freundinnen kennengelernt.
Auch ihre Leidenschaft fürs Motorradfahren erwies sich als einfache Möglichkeit, Menschen kennenzulernen. In lokalen Online-Gruppen muss sie nur fragen, ob jemand Lust auf eine gemeinsame Tour hat, und schnell finden sich Interessierte.
Diese Einstellung hat dazu geführt, dass ihr soziales Leben schnell gewachsen ist. Wandern mit Freunden, CrossFit, Motorradfahren, Festivals besuchen oder irgendwo ein Bier trinken: Nikki hat eher zu viel als zu wenig vor.



Deutsch lernen, indem man es einfach jeden Tag spricht
Eine Sache, vor der Nikki vorher Respekt hatte, war die Sprache. Zu Beginn fühlte sie sich im Deutschen noch überhaupt nicht sicher. Und als wäre Hochdeutsch nicht schon Herausforderung genug, kam in der Schweiz natürlich sofort auch Schweizerdeutsch dazu.
Zum Glück reagierten ihre Patientinnen und Patienten verständnisvoll. Sie halfen ihr, wenn ihr Wörter fehlten, und nach und nach wurde die Kommunikation immer selbstverständlicher.
Einige Patientinnen und Patienten kennen sie seit ihren ersten Wochen in der Praxis und merken deshalb genau, wie große Fortschritte sie in kurzer Zeit gemacht hat. Manchmal fragt sie sich nur noch, ob das neue Wort, das sie gerade aufgeschnappt hat, eigentlich Hochdeutsch oder Schweizerdeutsch ist.
Solange alle sie verstehen, ist das für sie vorerst völlig in Ordnung.
Ein neues Leben, das vor allem draußen stattfindet
Wenn Nikki nicht arbeitet, ist die Wahrscheinlichkeit groß, dass sie draußen unterwegs ist. Sie wandert gerne in den Bergen, entdeckt neue Städte und Regionen, fährt Motorrad und treibt Sport. Besuch aus den Niederlanden ist für sie sofort ein guter Anlass, wieder einen Ort zu entdecken, an dem sie selbst noch nicht war.
Ihre Freizeit sieht dadurch anders aus als früher.
In den Niederlanden bestand ein Wochenende häufiger aus einer Party, Essen gehen oder Verabredungen. In der Schweiz steht sie nun viel öfter auf einem Berg, sitzt am Wasser oder fährt mit dem Motorrad durch die Landschaft.
Und genau das genießt sie sehr.



Nicht alles geht von selbst
Auswandern besteht natürlich nicht nur aus Bergen, Käsefondue und schönen Motorradtouren.
Schon beim Umzug gab es zum Beispiel direkt ein praktisches Problem, als sich der Umzugswagen als zu schwer herausstellte. Auch der Papierkram braucht Zeit. Außerdem merkte Nikki, dass in den ersten Monaten finanziell vieles auf einmal zusammenkommt: Mietkaution, Versicherungen, Dinge für die Wohnung und weitere Startkosten.
Wenn sie eine praktische Sache noch einmal anders machen könnte, würde sie deshalb mit einem größeren finanziellen Puffer starten.
Ihr vielleicht wichtigster Rat ist jedoch, Hilfe anzunehmen. Fragt Menschen, die bereits in der Schweiz leben, wie sie Dinge geregelt haben, und versucht nicht, alles allein herauszufinden.
Auch dabei empfand sie die Begleitung durch PhysioMatch als angenehm. Dorien half ihr während des Prozesses bei ihren Wünschen, beim Deutschüben und bei praktischen Fragen rund um ihren Schritt in die Schweiz. Auch heute weiß Nikki, dass sie sich bei Fragen, zum Beispiel zu ihrer Anerkennung, weiterhin melden kann.
„Es ist wirklich wie ein zweites Leben“

Sieben Monate nach ihrem Umzug muss Nikki nicht lange überlegen, ob sie froh ist, diesen Schritt gemacht zu haben.
Absolut.
Ihr Freund lebt vorerst noch nicht in der Schweiz, und natürlich würde sie das Land später gerne gemeinsam mit ihm weiter entdecken. Gleichzeitig hat sie aber bewiesen, dass sie sich auch selbstständig ein neues Leben aufbauen kann.
Ein Leben, in dem sie ihre Freude an der Physiotherapie wiedergefunden, neue Freundschaften geschlossen hat und nach der Arbeit in die Berge fahren kann.
Für Nikki fühlt es sich deshalb nicht so an, als hätte sie ihr niederländisches Leben ersetzt.
Vielleicht fasst genau das ihr Abenteuer am besten zusammen. Sie zog in die Schweiz, weil sie bereit für eine Veränderung war. Was sie dort letztlich fand, war weit mehr als nur ein neuer Job.
Danke, Nikki, dass du deine Geschichte mit uns geteilt hast!
Möchtest du, genau wie Nikki, herausfinden, wie es ist, als Physiotherapeutin oder Physiotherapeut in der Schweiz zu arbeiten? PhysioMatch begleitet dich während des gesamten Prozesses: von der ersten Orientierung und der Anerkennung deines Diploms bis hin zu einem Arbeitsplatz, der zu dir passt und der praktischen Vorbereitung auf deinen Umzug.
Willst du ein persönliches Gespräch?
Auswandern ist zum Glück nichts, was man jeden Tag macht. Wir wissen, dass das mit vielem verbunden ist. Melde dich an und schau dir mit uns deine Möglichkeiten in der Schweiz an.