Arbeiten mit Blick auf die Berge: Roderick und Lisanne erzählen
Roderick und Lisanne zogen 2025 in die Schweiz, um dort als Physiotherapeuten zu arbeiten. Sie leben zwischen Bern und Luzern und genießen mehr Ruhe, mehr Respekt in ihrer Arbeit und ein höheres Gehalt. Das Leben in der Natur, die Sportkultur und die Ausgewogenheit zwischen Arbeit und Freizeit vermitteln ihnen jeden Tag ein Urlaubsgefühl.
Arbeiten mit Blick auf die Berge: Roderick und Lisanne erzählen
Jeder, der den Schritt wagt, um als Physiotherapeut in der Schweiz zu arbeiten, beginnt ein besonderes Abenteuer. Über PhysioMatch machen jedes Jahr dutzende Fachkräfte aus dem Gesundheitswesen diesen Schritt, auf der Suche nach mehr Freude an der Arbeit, einer schönen Umgebung und persönlicher Entwicklung. Diese Woche sprechen wir mit Roderick und Lisanne, die seit September 2025 auf dem Land zwischen Bern und Luzern leben und arbeiten. Sie erzählen offen von ihren Erfahrungen bei der Arbeit und im Alltag in der Schweiz.
Kurz vorgestellt
Roderick und Lisanne sind 25 und 26 Jahre alt und kommen aus den Niederlanden. Lisanne ist in Duiven bei Arnheim aufgewachsen, Roderick in Enschede. Seit September 2025 wohnen sie in Huttwil, einer Kleinstadt mit ungefähr 5500 Einwohnern zwischen Bern und Luzern, mitten im Grünen.
Sie haben sich bewusst für diesen Ort entschieden, weil er genau zwischen ihren Arbeitsplätzen liegt. Die Stadt ist klein, aber komplett, mit Geschäften, einem Schwimmbad und regelmäßigen Veranstaltungen. Innerhalb einer Stunde bist du in einer größeren Stadt wie Bern oder Luzern, in den Bergen oder schon über der Grenze.
Nachdem wir jahrelang in größeren Städten gelebt haben, genießen wir jetzt die Ruhe. Und wenn wir Lust auf mehr Trubel haben, suchen wir ihn einfach auf.

Der ausschlaggebende Grund, um in die Schweiz zu gehen
Für Roderick war die Entscheidung nicht schwierig. Zu Beginn seiner Ausbildung weckte die Schweiz schnell sein Interesse, und im Laufe seiner Ausbildung entwickelte sich das immer weiter von einer Idee zu einem konkreten Plan. Er liebt die Natur, zieht gerne seine Wanderschuhe an und sucht gerne die Höhe auf. Das machte er auch in den Niederlanden regelmäßig, aber die Vorstellung, in der Schweiz zu leben, sprach ihn unglaublich an.
Lisanne wollte gerne gemeinsam mit Roderick dorthin gehen. Sie hatten oft darüber gesprochen, aber zu diesem Zeitpunkt war sie noch mit dem Master in Kinderphysiotherapie beschäftigt. Sie entschied sich, den letzten Teil davon von der Schweiz aus zu absolvieren. Auch Lisanne ist gerne draußen unterwegs. Wandern, Skifahren, Tennis spielen, aktiv sein, das passt perfekt zu ihrem Lebensstil.
Es begann einmal mit einer LinkedIn Nachricht, vor Jahren, als PhysioMatch gerade erst gestartet war. Auch Roderick und Lisanne hatten damals gerade erst mit dem Physiotherapie Studium begonnen. Ein kleiner Samen wurde gepflanzt. Diese Idee blieb hängen und wuchs langsam zu einem konkreten Plan heran.
Den Schritt wagen und die Niederlande hinter sich lassen
Roderick fand es gerade schön, seine vertraute Umgebung hinter sich zu lassen. Er hatte nie wirklich allein gewohnt, abgesehen von einer kurzen Zeit in einem Studentenhaus. Das fühlte sich wie ein echter Neuanfang an.
Sie konnten ziemlich einfach eine Wohnung finden. Dafür hatten sie eine zusätzliche Reise in die Schweiz gemacht und mehrere Termine vereinbart. Bei allen Besichtigungen wurde ihnen die Wohnung angeboten. Eine der Wohnungen hätte schon ein halbes Jahr lang vermietet werden können, aber der Vermieter entschied sich lieber für eine gute Verbindung mit dem neuen Mieter als für eine möglichst schnelle Vermietung.
Natürlich sind Familie und Freunde noch in den Niederlanden, aber sie kommen regelmäßig vorbei. Dafür nehmen sie sich gerne Zeit, planen aber manchmal auch bewusst freie Wochenenden ein. Die Entfernung ist überschaubar, ungefähr sieben Stunden mit dem Auto oder eine Stunde mit dem Flugzeug.
Was sie vor allem merken, ist, wie anders sich das Leben anfühlt. In den Niederlanden ärgerten sie sich oft über die Arbeit und die Hektik. Hier ist es ruhiger. Die Natur ist immer nah. Sie denken ernsthaft über eine längere Zukunft in der Schweiz nach. Vielleicht sogar dauerhaft.
Hier fühlt sich das Leben ruhiger an und die Natur ist immer in der Nähe.
Arbeiten als Physiotherapeut in der Schweiz

Was ihnen am meisten auffällt, ist der Unterschied in der Mentalität.
In den Niederlanden hatten sie oft das Gefühl, dass Patienten schon genau wussten, was der Physiotherapeut tun sollte. Es gab oft Druck auf schnelle Ergebnisse und die Verwaltung fühlte sich wie eine enorme Belastung an. Außerdem sorgte die Art, wie Dinge administrativ festgehalten wurden, manchmal für Frustration, vor allem wenn Patienten wütend wurden über das, was im System stand, in Kombination mit dem, was von der Krankenversicherung erstattet werden konnte.
In der Schweiz erleben sie mehr Respekt und Dankbarkeit. Gemeinsam mit dem Patienten schauen sie, was realistisch ist. Das fühlt sich angenehmer und professioneller an. Die Arbeit ist abwechslungsreicher. Menschen kommen mit ganz unterschiedlichen Beschwerden, von Bergunfällen bis zu Sportverletzungen. Weniger Beschwerden durch Büroarbeit, dafür mehr Beschwerden mit Ursachen in Outdoor Aktivitäten.
Auch das Gesundheitssystem ist anders. Patienten gehen zuerst zum Hausarzt und bekommen dann eine Überweisung zum Physiotherapeuten. Für eine Indikation können 4 Serien mit je neun Behandlungen pro Jahr verschrieben werden. Die Verwaltung läuft bei ihrem Arbeitgeber größtenteils auf Papier, was sie überraschend angenehm finden.
Wir erleben hier mehr Respekt und Dankbarkeit. Gemeinsam zu schauen, was realistisch ist, fühlt sich angenehmer und professioneller an.
Kollegen und Sprache
Lisanne arbeitet in einem Team mit vor allem spanischen Kollegen. Das bringt manchmal etwas Eigendynamik mit sich, aber insgesamt ist es ein angenehmes Team, in dem sie sich wohlfühlt.
Roderick arbeitet mit Schweizer und niederländischen Kollegen zusammen. Gemeinsam sprechen sie Hochdeutsch, untereinander manchmal Niederländisch. Weil sie aus dem Grenzgebiet zwischen den Niederlanden und Deutschland kommen, konnten sie Deutsch schon ziemlich gut verstehen. Nach ein paar Wochen ging auch das Sprechen überraschend leicht.
Obwohl viele Patienten Dialekt sprechen, ist die Sprache viel weniger ein Hindernis, als sie vorher gedacht hatten. Gerade für Niederländer ist das gut machbar. Schweizer geben gerne Tipps und schätzen es sehr, wenn du dir Mühe gibst, ihre Kultur und Sprache zu lernen.
Roderick: Die Sprache war viel weniger ein Hindernis, als ich vorher gedacht hatte.
Entwicklung und Weiterbildungsmöglichkeiten
Lisanne hat jährlich ein Weiterbildungsbudget. Davon hat sie bisher noch keinen Gebrauch gemacht, weil sie gerade erst ihren Master abgeschlossen hat. Außerdem hat sie Forschung betrieben, die international veröffentlicht werden wird und sich auf nicht angeborene Hirnverletzungen richtet. Diese Forschung hat ihr sehr gefallen und vielleicht möchte sie sich in Zukunft noch weiter wissenschaftlich entwickeln.
Roderick orientiert sich an einer Weiterbildung in Manueller Therapie in Bern. Außerdem hat er bereits einen Basiskurs in Dry Needling absolviert und möchte sich darin weiter spezialisieren. In Absprache kann ein Teil der Weiterbildungskosten übernommen werden, wenn es einen Mehrwert für die Praxis gibt.
Lisanne: Forschung zu machen hat mir viel Freude gemacht und vielleicht möchte ich mich in Zukunft noch weiter wissenschaftlich entwickeln.
Finanzieller Unterschied
Finanziell merken sie einen großen Unterschied. Ihr Gehalt liegt deutlich höher als in den Niederlanden. Die festen Kosten sind etwas höher, vor allem die Krankenversicherung und Produkte wie Fleisch, Fisch und Blumen. Andere Einkäufe sind im Vergleich zu den Niederlanden relativ ähnlich.
Sie wohnen in einer Wohnung mit 74 Quadratmetern und einem großen Balkon, zu einem Preis, der mit den Niederlanden vergleichbar ist. Sie haben jetzt mehr finanziellen Spielraum, um zu sparen und in Qualität zu investieren, zum Beispiel in gute Ski und Wanderschuhe.
Ich merke, dass ich hier mehr finanziellen Spielraum habe, um zu sparen und in Qualität zu investieren.
Leben mit einem Urlaubsgefühl

Was vielleicht noch mehr auffällt, ist das tägliche Urlaubsgefühl.
Einfach mit einer Tasse Kaffee in der Sonne auf dem Balkon zu sitzen und auf die Berge zu schauen, gibt schon dieses Gefühl. Sogar eine Fahrt zu einem Sportgeschäft fühlt sich besonders an, wenn du durch die Berge fährst. Sie entdecken jede Woche neue Wanderwege. Ihre Garmin Uhr hilft ihnen dabei, neue Routen zu planen.
Lisanne hat über Tennis Kontakt zu Schweizern aufgebaut, Roderick über Unihockey. Er ist Physiotherapeut eines Unihockey Teams, das aktuell in den Play offs steht und hofft, Ende April das Landesfinale zu erreichen. Sport lebt hier enorm. Eishockey, Fußball und Unihockey ziehen sogar unter der Woche tausende Zuschauer an.
Ihr erster Arbeitstag war direkt etwas Besonderes. Der Praxisinhaber rief am Tag davor an und fragte, ob sie mit zu einem Eishockeyspiel mit VIP Karten kommen wollten, inklusive Essen und Trinken. Partner waren auch willkommen. So lernst du deine Kollegen direkt auf eine schöne Weise kennen.
Einfach mit einer Tasse Kaffee in der Sonne auf dem Balkon zu sitzen und auf die Berge zu schauen, gibt mir schon ein Urlaubsgefühl.
Wohnen in der Region Emmental
Sie wohnen in der Region Emmental, einer Gegend, die für ihre Natur und Traditionen bekannt ist. In der Nähe liegt eine alte Emmentaler Käserei, die in ein Restaurant umgebaut wurde, mit einem wunderschönen Blick auf die Berge, darunter die Jungfrau. Käsefondue und Raclette fehlen an diesem besonderen Ort natürlich nicht.
In Bern ist der Rosengarten ein Lieblingsort, um essen zu gehen. Aber auch in Luzern haben sie vor Kurzem an einem ganz besonderen Ort gegessen. In einer Gondel auf dem Pilatus konnten sie gemeinsam ein Schweizer Käsefondue genießen, dazu zwei herrliche Flaschen Wein. Eine sehr schöne Erfahrung, die du allerdings rechtzeitig im Voraus buchen musst.
Außerdem besuchen Lisanne und Roderick regelmäßig Sportveranstaltungen, vor allem vom Unihockey Verein und vom Eishockey Verein, mit denen Rodericks Physiopraxis verbunden ist. Manchmal entscheiden sie sich aber auch für etwas ganz Besonderes, wie ein Fußballspiel von Young Boys oder den Spengler Cup in Davos. Bei diesem ältesten internationalen Eishockeyturnier der Welt treten in den Weihnachtsferien verschiedene Top Teams gegeneinander an. Das solltest du auf jeden Fall einmal erleben.
Hier fühlt sich alles schön an. Von Wanderwegen im Hochgebirge wie dem Stoos Ridge Hike bis zu spontanen Ausflügen in der Nähe unserer Wohnung.

Die Rolle von PhysioMatch

Was sie besonders geschätzt haben, ist, dass Dorien von PhysioMatch ihnen Raum gegeben hat. Es wurde kein Druck gemacht. Sie konnten in ihrem eigenen Tempo entscheiden, wann sie bereit für den Schritt in die Schweiz waren.
Der Prozess fühlte sich persönlich und ruhig an. Kein Druck, sondern Begleitung, wenn sie nötig war.
Was möchtet ihr Kollegen mitgeben, die noch zweifeln?
Die größte Hürde ist oft die Sprache. Aber laut Roderick und Lisanne ist das in der Praxis viel weniger schwierig, als vorher gedacht. Vor allem, wenn du offen dafür bist zu lernen.
Schweizer Patienten und Kollegen schätzen es, wenn du dir Mühe gibst, ihre Kultur zu verstehen. Das öffnet Türen.
Ihr Rat ist einfach: Wenn dir die Idee schon länger im Kopf herumschwirrt, dann geh das Gespräch an.
Abschluss
Vielen Dank, Roderick und Lisanne, für eure inspirierende Geschichte.
Möchtest du, genau wie sie, entdecken, wie es ist, als Physiotherapeut in der Schweiz zu arbeiten? Nimm gerne Kontakt mit uns auf. Wir begleiten dich Schritt für Schritt, vom ersten Kennenlernen bis zu deinem ersten Arbeitstag.
Willst du ein persönliches Gespräch?
Auswandern ist zum Glück nichts, was man jeden Tag macht. Wir wissen, dass das mit vielem verbunden ist. Melde dich an und schau dir mit uns deine Möglichkeiten in der Schweiz an.